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Konrad Haarstrich

    Der CDU-Politiker Konrad Haarstrich gehört seit 30 Jahren dem Sehnder Rat an. Dafür gab es jetzt
die Ehrenmedaille vom Niedersächsischen Städtebund und die Urkunde der Stadt Sehnde.
Der Dolgener blickt sogar auf eine noch etwas längere politische Karriere zurück.

Wenn man die politische Karriere von Konrad Haarstrich nachverfolgen möchte, muss man sich dafür schon ein wenig Zeit nehmen – denn die Liste ist lang, sehr lang. Der CDU-Politiker gehört seit 30 Jahren dem Sehnder Rat an, ist seit 29 Jahren Ortsbürgermeister von Dolgen, Evern und Haimar, sitzt seit 1991 in diversen Ausschüssen und ist obendrein seit 2004 als Regionsabgeordneter im Einsatz. „Wenn ich die neun Jahre als beratendes Mitglied im Bauausschuss noch dazurechne, mit denen alles angefangen hat, komme ich auf 39 Jahre politische Aktivität“, sagt der 72-Jährige.

Dass der ehrenamtliche Vollblutpolitiker mittlerweile schon etliche Urkunden und Ehrennadeln angesammelt hat, versteht sich von selbst. Bei der jüngsten Ratssitzung ist der 72-Jährige nun erneut ausgezeichnet worden. Für seine 30-jährige Mitgliedschaft im Sehnder Rat hat er von Bürgermeister Olaf Kruse (SPD) die Urkunde der Stadt und die Ehrenmedaille samt Urkunde vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund bekommen. Länger im Rat dabei ist in Sehnde unter den jetzigen Mitgliedern nur noch Wolfgang Toboldt – der Sozialdemokrat wurde bereits 2016 für seine 30-jährige Mitgliedschaft geehrt.

„Ich bin da irgendwie reingerutscht“

Politisch interessiert ist Haarstrich immer schon gewesen. Aktiv wurde er, als ihn ein Ortsratsmitglied seinerzeit gezielt ansprach. „Und dann bin ich da irgendwie reingerutscht – und wenn man erstmal dabei ist, kommt halt eins zum anderen“, sagt Haarstrich. Bis heute mache ihm die politische Arbeit großen Spaß. „Ich würde auch jederzeit wieder für den Rat und auch auf Regionsebene kandidieren“, betont der Dolgener.

Ob als Ortsbürgermeister oder Regionsabgeordneter – wichtig war und ist ihm stets die Nähe zu den Bürgern. „Ich bin ein Kümmerer, und wenn Bürger sich auch nur über Kleinigkeiten wie kaputte Straßenlaternen oder Schlaglöcher in der Straße beschweren, setze ich mich ein“, sagt Haarstrich.

Seine Frau hat ihn jahrelang unterstützt

Als Politiker habe er viel bewegt. Stolz ist er unter anderem auf die Maßnahmen der Dorferneuerung in Dolgen, Evern und Haimar und vor allem auf den Fahrradweg zwischen Dolgen und Evern. "Da habe ich mir seit 2004 in unzähligen Sitzungen und Telefonaten den Mund fusselig geredet und immer wieder genervt – und nun freue ich mich riesig, dass wir den Radweg in diesem Jahr tatsächlich endlich bekommen", sagt Haarstrich. Auch das neue Feuerwehrhaus für Haimar sei eine langwierige Sache gewesen. "Aber steter Tropfen höhlt den Stein, und nun kriegen wir eins", betont Haarstrich.

Große Unterstützung hat der gebürtige Dolgener jahrelang durch seine Ehefrau erfahren. Seit sie vor anderthalb Jahren verstorben ist, muss Haarstrich etwa seine Reden selber tippen. „Mit Ein-Finger-Suchsystem“, erzählt der Christdemokrat augenzwinkernd. Dass in der Politik mittlerweile alles digital und auf dem Tablet läuft, empfindet er als große Hilfe. „Videokonferenzen finde ich super – ich hätte nie gedacht, dass mir das in meinem Alter noch mal so viel Spaß machen würde“, sagt der 72-Jährige und lacht.

Umgangston der Politiker ist rauer geworden

In den vergangenen Jahren habe sich aber nicht nur die Arbeitsweise verändert, sondern auch der Umgangston unter den Politikern. „Früher gab es mehr Miteinander, heute wird mehr gebissen“, meint Haarstrich. „Es ist schade, wenn mitunter die Partei in den Vordergrund rückt, obwohl wir als Politiker doch eigentlich in erster Linie die Bürger vertreten und eigentlich alle nur das Beste für sie möchten“, betont der Christdemokrat.

Von Katja Eggers

 

 

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